Lesezeit: 9 Minuten | 30. Juli 2026 | Autor: Digitalstore Redaktion
DJI Osmo Pocket 4P – Die Dual-Kamera-Gimbalkamera für Ihren Vlog-Workflow
Die DJI Osmo Pocket 4P ist die erste Osmo Pocket mit zwei physisch getrennten Kameras: einem 20-mm-Weitwinkelobjektiv auf einem 1-Zoll-Sensor und einem 60-mm-Mittel-Teleobjektiv mit f/1,8 auf einem eigenen 1/1,28-Zoll-Sensor. Beide Brennweiten stehen im laufenden Dreh per Tastendruck zur Verfügung – ohne digitalen Beschnitt, ohne Objektivwechsel. Dazu kommen bis zu 17 Blendenstufen Dynamikumfang, das neue Farbprofil D-Log 2 und ActiveTrack 8.0. Dieser Beitrag zeigt, was die Kamera im Alltag leistet, für wen sie gedacht ist und welches Zubehör dazugehört.
DJI Osmo Pocket 4P im Überblick
Die Osmo Pocket 4P misst 159,5 × 63,3 × 33,5 mm und wiegt 230 g – sie passt damit weiterhin in eine Jackentasche. Der Gimbal stabilisiert mechanisch über drei Achsen, das 2,0-Zoll-Touchdisplay löst mit 556 × 314 Pixeln auf und erreicht 1000 Nits, bleibt also auch bei direkter Sonne ablesbar. Drei Mikrofone nehmen den Ton auf, 103 GB interner Speicher sind bereits an Bord. Angeboten wird die Kamera in zwei Farben, neu hinzugekommen ist Perlweiß.
Zwei Kameras für nah und fern
20-mm-Weitwinkel und 60-mm-Mittel-Tele arbeiten als getrennte optische Systeme mit eigenem Sensor. Der Wechsel erfolgt während der Aufnahme.
17 Blendenstufen Dynamikumfang
Der neue 1-Zoll-Stacked-CMOS nutzt LOFIC-Technologie. Gegenlicht-Porträts und Aufnahmen aus dem Innenraum nach draußen behalten Lichter- und Schattenzeichnung.
Neues D-Log 2
DJIs neues Log-Profil mit bis zu 17 Blendenstufen. Laut Hersteller ist es das Log-Profil mit dem höchsten Dynamikumfang in seinen Consumer-Kameras.
ActiveTrack 8.0
Tracking über alle Brennweiten bis 12-fachem Zoom, inklusive Mehrpersonentracking für bis zu acht Personen.
Zeitlupe in 4K/240 fps
Das Weitwinkelobjektiv nimmt bis zu 8-fache Zeitlupe in 4K/240 fps auf, das Teleobjektiv bis 4K/200 fps.
103 GB intern, 800 MB/s Export
Ohne Speicherkarte startklar, erweiterbar per microSD bis 1 TB. Export aus dem internen Speicher mit bis zu 800 MB/s.
Zwei Objektive, zwei Sensoren – so funktioniert das Dual-System
Das Weitwinkelobjektiv arbeitet mit einem 1-Zoll-CMOS, 20 mm äquivalenter Brennweite, f/2,0 und einem Fokusbereich ab 9 cm. Es ist die Brennweite für Selfie-Vlogs, Landschaften und Gruppenaufnahmen: Das Motiv bleibt im Kontext seiner Umgebung. Das Mittel-Teleobjektiv sitzt auf einem eigenen 1/1,28-Zoll-Sensor, entspricht 60 mm, öffnet auf f/1,8 und fokussiert ab 20 cm. Diese Brennweite ist die klassische Porträtbrennweite – sie reduziert perspektivische Verzerrung im Gesicht und trennt das Motiv sichtbar vom Hintergrund.
Wichtig für die Einordnung: Die 60 mm entstehen optisch und nicht durch einen digitalen Beschnitt der Weitwinkelaufnahme. Beide Objektive nehmen jedoch nicht gleichzeitig auf: Abhängig von der eingestellten Zoomstufe schaltet die Kamera auf das passende Objektiv um. Der Bokeh-Effekt des Teleobjektivs entspricht laut DJI ungefähr einer Blende von f/6,3 an einer Vollformatkamera.
In der Praxis ergeben sich drei nutzbare Bereiche. Bei 1× liefert das Weitwinkelobjektiv das breite Sichtfeld für Vlogs aus der Hand. Bei 3× übernimmt das 60-mm-Objektiv und liefert Porträts mit natürlichem Bokeh. Ab 6× kommt der digitale Zoom hinzu, der entfernte Details heranholt – für Bühnen, Streetfotografie oder Reisemotive, an die Sie nicht näher herankommen. Insgesamt reicht der digitale Zoom im Video bis 12×, im Foto bis 9×.
Der Wechsel geht über zwei Wege: Antippen des 1×- oder 3×-Symbols im Display, oder die linke Zoomtaste unter dem Bildschirm. Einmal drücken wechselt auf 3× beziehungsweise zurück auf 1×, zweimal drücken springt auf 6×. Gedrückt halten fährt gleichmäßig mit einstellbarer Geschwindigkeit hinein. Die rechte Taste ist frei belegbar – auf Einzel-, Doppel- oder Dreifachdruck lassen sich unter anderem Gimbal-Modus, Foto/Video, Schnellaufnahme oder das Fülllicht legen.
17 Blendenstufen Dynamikumfang und das neue D-Log 2
Der neue 1-Zoll-Stacked-CMOS des Weitwinkelobjektivs nutzt LOFIC-Technologie und erreicht damit bis zu 17 Blendenstufen Dynamikumfang. Das wirkt sich genau dort aus, wo Pocket-Kameras traditionell scheitern: Aufnahmen aus einem Innenraum durch ein Fenster nach draußen, Gegenlicht-Porträts, harte Mittagssonne. Lichter brennen nicht aus, Schatten laufen nicht zu.
D-Log 2 ist das neue, von DJI entwickelte professionelle Farbprofil. Es ist keine LUT, sondern ein flaches, kontrastarmes Bild, das in der Nachbearbeitung mehr Spielraum lässt. Nach Herstellerangabe ist es das Log-Profil mit dem höchsten Dynamikumfang, das derzeit in DJI Consumer-Kameras verfügbar ist. Wer nicht in die Farbkorrektur einsteigen möchte, findet daneben das klassische D-Log sowie sechs integrierte Filmlooks: CC Film, NC Film, Pastell, Warmer Ton, Film und Retro.
Gut zu wissen: 10-Bit-D-Log-2 arbeitet ausschließlich bei 1×-Zoom. Wer in Log dreht, verwendet daher das Weitwinkelobjektiv.
ActiveTrack 8.0, Zeitlupe und Zeitraffer
ActiveTrack 8.0 startet durch doppeltes Antippen des Motivs. Personen, Fahrzeuge, Haustiere und frei geformte Objekte werden über alle Brennweiten bis zum 12-fachen Zoom verfolgt. Das neue Mehrpersonentracking erkennt bis zu acht Personen und passt den Bildausschnitt dynamisch an. Währenddessen ist Zoomen gesperrt, die Brennweite muss daher vorab gewählt werden.
Das Weitwinkel nimmt Zeitlupen mit bis zu 4K/240 fps auf, das Mittel-Tele erreicht 4K/200 fps. Für Zeitraffer stehen Hyperlapse, klassischer Zeitraffer und Motionlapse mit bis zu vier Kamerapositionen bereit. Im Pro-Modus können die Einzelbilder zusätzlich als JPEG oder RAW gespeichert werden.
Fotos entstehen mit rund 37 MP und maximal 7680 × 4320 Pixeln. 180°- und 3×3-Panoramen sowie Live-Fotos setzt die Kamera direkt intern zusammen.
Speicher, Export und Akkulaufzeit der DJI Osmo Pocket 4P
103 GB interner Speicher reichen bei Standard-Bitrate für rund 570 Minuten in 1080p/24 fps oder 210 Minuten in 4K/60 fps. Wer mehr braucht, erweitert per microSD-Karte bis 1 TB. Aufgezeichnet wird in MP4 (HEVC) mit bis zu 180 MBit/s, Fotos in JPEG, DNG oder beidem. Bei 16 GB Dateigröße teilt die Kamera die Aufnahme automatisch, ohne dass die Qualität leidet.
Der Export aus dem internen Speicher läuft über USB-C mit bis zu 800 MB/s – Voraussetzung ist das mitgelieferte USB-C-auf-USB-C-PD-Kabel nach USB 3.1 oder ein gleichwertiges Kabel. Über WLAN sind bis zu 90 MB/s möglich. Der Akku mit 1545 mAh hält 210 Minuten (gemessen bei 25 °C, 1080p/24 fps, WLAN und Bildschirm aus) und lädt in 18 Minuten auf 80 %, in 32 Minuten auf 100 % – gemessen im Labor mit dem separat erhältlichen DJI 65 W tragbaren Ladegerät. Der Akkugriff verlängert die Laufzeit um weitere 130 Minuten.
Technische Daten der DJI Osmo Pocket 4P
| Merkmal | 20-mm-Kamera | 60-mm-Kamera |
|---|---|---|
| Objektiv | Weitwinkelobjektiv | Mittel-Teleobjektiv |
| Sensor | 1-Zoll-CMOS | 1/1,28-Zoll-CMOS |
| Äquivalente Brennweite | 20 mm | 60 mm |
| Blende | f/2,0 | f/1,8 |
| Fokusbereich | Ab 9 cm | Ab 20 cm |
| ISO Foto | 100–25.600 | 50–12.800 |
| ISO Video | 100–25.600 | 50–12.800 |
| ISO Video bei wenig Licht | 100–51.200 | 50–25.600 |
| Zeitlupe maximal | 4K/240 fps | 4K/200 fps |
| Merkmal | DJI Osmo Pocket 4P |
|---|---|
| Abmessungen | 159,5 × 63,3 × 33,5 mm (L × B × H) |
| Gewicht | 230 g |
| Display | 2,0 Zoll, 556 × 314 Pixel, 1.000 Nits |
| Mikrofone | 3 |
| Gimbal | Mechanische 3-Achsen-Stabilisierung, maximal 180,0°/s, Winkelschwingung ± 0,005° |
| Video normal | 4K bis 60 fps (16:9), 3K bis 60 fps (9:16), 1080p bis 60 fps |
| Video bei wenig Licht | 4K und 1080p mit 24, 25 oder 30 fps |
| Maximale Video-Bitrate | 180 MBit/s |
| Fotoauflösung | Ca. 37 MP, maximal 7680 × 4320 Pixel (16:9) |
| Zoom | Foto bis 9×, Video bis 12× digital |
| Elektronischer Verschluss | 1/16000 s bis 4 s (Foto) |
| Videoformat | MP4 (HEVC) |
| Fotoformat | JPEG / DNG / JPEG+DNG |
| Interner Speicher | 103 GB |
| Speicherkarte | microSD bis 1 TB |
| Akku | 1545 mAh, 11,95 Wh, 7,74 V |
| Akkulaufzeit | Bis zu 210 Minuten |
| Ladezeit | 18 Minuten auf 80 %, 32 Minuten auf 100 % |
| WLAN | 802.11 a/b/g/n/ac/ax, 2,4 / 5,1 / 5,8 GHz |
| Bluetooth | BLE 5.4, BR/EDR |
| Betriebstemperatur des Akkus | 0 °C bis 40 °C |
Akkulaufzeit getestet bei Raumtemperatur (25 °C) und 1080p/24 fps (16:9) mit deaktiviertem WLAN und deaktiviertem Bildschirm. Ladezeit getestet in einer Laborumgebung mit dem separat erhältlichen DJI 65-W-Ladegerät. Alle Angaben dienen der Orientierung.
Für wen eignet sich die DJI Osmo Pocket 4P?
Vlogger und Social Media Creator
Das 20-mm-Weitwinkel deckt den Selfie-Vlog aus der Hand ab, das 60-mm-Tele liefert Porträts mit sauberer Freistellung. Der 3K-Modus im Format 9:16 nimmt direkt im Hochformat auf.
Gruppen und Mehrpersonentracking
Mehrpersonentracking hält Gruppen im Bild, ohne dass jemand die Kamera bedienen muss. Das ist besonders praktisch für Vlogs, Interviews und spontane Aufnahmen.
Reise und Alltagsdokumentation
230 g, Achsensperre und 103 GB interner Speicher machen die Kamera zum Gerät, das auch ohne Vorbereitung mitkommt.
Lange Drehtage unterwegs
210 Minuten Laufzeit und 18 Minuten Schnellladung decken einen Drehtag ab. Hyperlapse und Motionlapse ergänzen klassische Reisemotive.
Anspruchsvolle Video-Workflows
17 Blendenstufen Dynamikumfang, 10-Bit D-Log 2, 180 MBit/s und DNG-Fotos liefern Material, das eine Farbkorrektur verträgt.
Schneller Export
Der Export mit 800 MB/s über USB 3.1 verkürzt die Übertragung spürbar, wenn viel Material anfällt.
Weniger geeignet ist die Kamera, wenn Sie ein wasserdichtes Gerät benötigen. Die Osmo Pocket 4P ist nicht wasserdicht. Auch eine HDMI-Ausgabe in Echtzeit über den USB-C-Anschluss ist nicht vorgesehen. Für den Einsatz als Webcam am Computer genügt eine USB-C-Verbindung.
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Die DJI Osmo Pocket 4P ist in zwei Combos erhältlich. Beide enthalten dasselbe Kameragehäuse, unterscheiden sich aber im mitgelieferten Zubehör.