Lesezeit: 6 Minuten | 15. Mai 2026 | Autor: Digitalstore Redaktion
Lichtsetzung für Interviews – drei bewährte Aufbauten aus der Praxis
Eine gute Lichtsetzung entscheidet bei Interviews maßgeblich darüber, ob Ihr Video ruhig, professionell und vertrauenswürdig wirkt. Dabei geht es weniger um möglichst viel Licht, sondern um kontrolliertes, weiches Licht mit klarer Führung. Gerade bei Interviews soll das Licht unterstützen, nicht ablenken. Gesichtszüge müssen natürlich wirken, Hauttöne stimmig bleiben und die interviewte Person sollte sich klar vom Hintergrund abheben.
Im Folgenden zeige ich Ihnen drei bewährte Licht-Setups, die sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen und für typische Interview-Situationen geeignet sind: vom klassischen Studio-Interview über kleine Räume bis hin zu Solo-Produktionen mit wenig Zeit. Alle Lösungen basieren auf LED-Licht aus dem Digitalstore Sortiment und lassen sich flexibel anpassen.
Warum Licht bei Interviews anders gedacht werden sollte als bei Vlogs
Während Vlogs oft von Dynamik und Bewegung leben, steht beim Interview die Person im Mittelpunkt. Das Licht muss deshalb ruhig sein, gleichmäßig wirken und darf keine harten Schatten oder starken Helligkeitsschwankungen erzeugen. Gleichzeitig soll das Bild Tiefe haben, damit es nicht flach oder „nach Webcam“ aussieht.
Ein häufiger Fehler ist frontales, hartes Licht direkt aus Kamerarichtung. Das macht Gesichter zwar hell, aber auch leblos. Besser ist eine seitliche Lichtführung, kombiniert mit kontrollierter Aufhellung oder einer bewussten Trennung vom Hintergrund. Genau hier setzen die folgenden Aufbauten an.
Klassisches 3-Punkt-Licht für kontrollierte Interview-Situationen
Der klassische 3-Punkt-Aufbau ist nach wie vor die zuverlässigste Lösung, wenn Sie ein Interview sauber und reproduzierbar ausleuchten möchten. Er besteht aus einem Hauptlicht, einem Aufhelllicht und einem Trennlicht von hinten. Dieses Setup eignet sich besonders für Studio-Interviews, Unternehmensporträts oder Gespräche mit gleichbleibender Kameraposition.
Das Key Light, also das Hauptlicht, platzieren Sie seitlich vor der interviewten Person, leicht erhöht und etwa in einem 45-Grad-Winkel zur Kamera. Als Lichtquelle eignet sich ein leistungsstarker Bi-Color-LED-Scheinwerfer wie der amaran 200x S, kombiniert mit einer großen Softbox wie der Aputure Light Dome MK II. Durch die große Leuchtfläche entsteht ein weiches, schmeichelhaftes Licht, das Gesichtszüge modelliert, ohne harte Schatten zu erzeugen.
Das Fill Light steht auf der gegenüberliegenden Seite, deutlich schwächer eingestellt. Ziel ist nicht, alle Schatten zu entfernen, sondern sie nur so weit aufzuhellen, dass Details erhalten bleiben. Hier ist ein flaches Bi-Color-Panel wie das amaran P60x ideal, weil sich die Lichtmenge sehr fein dosieren lässt.
Das Backlight oder Hair Light setzen Sie hinter die Person, leicht seitlich, auf Schulter- oder Kopfhöhe. Es sorgt dafür, dass sich die Person klar vom Hintergrund abhebt und verleiht dem Bild Tiefe. Gerade bei dunkler Kleidung oder dunklem Hintergrund ist dieser Effekt deutlich sichtbar.
Zwei-Licht-Setup für kleine Räume und reduzierte Setups
Nicht jeder Raum erlaubt drei Lampen und Stative. In kleinen Büros, Wohnzimmern oder Besprechungsräumen ist ein reduzierter 2-Licht-Aufbau oft die bessere Wahl. Der Fokus liegt hier auf einem hochwertigen Key Light und einem bewusst gestalteten Hintergrundlicht.
Als Hauptlicht eignet sich ein kompakter Bi-Color-Scheinwerfer wie der amaran 100x, kombiniert mit einer schmalen Softbox wie der Light Box 30x120. Diese längliche Softbox erlaubt eine sehr kontrollierte Lichtführung und reduziert Streulicht, was besonders in engen Räumen hilft. Sie positionieren das Licht seitlich vor der Person, ähnlich wie beim 3-Punkt-Setup, jedoch etwas näher, um ausreichend Weichheit zu erzeugen.
Das zweite Licht richten Sie nicht auf die Person, sondern gezielt auf den Hintergrund. Ein amaran P60x kann beispielsweise eine Wand, ein Bücherregal oder Pflanzen leicht aufhellen. Dadurch entsteht visuelle Tiefe, ohne dass das Gesicht zusätzlich beleuchtet werden muss. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass das Hautbild konstant bleibt und Sie die Bildwirkung über den Hintergrund steuern.
Dieses Setup wirkt besonders ruhig und hochwertig, wenn der Hintergrund bewusst gestaltet ist und nicht komplett hell ausgeleuchtet wird.
One-Light-Setup für Solo-Interviews und schnelle Produktionen
Wenn Sie alleine arbeiten, wenig Platz haben oder Interviews regelmäßig an wechselnden Orten drehen, ist ein One-Light-Setup oft die praktikabelste Lösung. Entscheidend ist hier, dass das Licht groß, weich und möglichst nah an der Person positioniert wird.
Eine sehr bewährte Lösung ist ein Bi-Color-LED-Scheinwerfer wie der amaran 200x S in Kombination mit einer Lantern Softbox. Diese kugelförmige Softbox verteilt das Licht sehr gleichmäßig im Raum und reduziert harte Schatten deutlich. Sie platzieren das Licht leicht seitlich vor der Person, etwas über Augenhöhe. Das Ergebnis ist ein natürlicher, ruhiger Look, der besonders für längere Interviews angenehm wirkt.
Alternativ können Sie bei sehr wenig Platz oder für Webinar-ähnliche Interviews auch mit einer Ringleuchte arbeiten, etwa der Kaiser Nanlite halo 16. Diese Variante ist weniger cineastisch, liefert aber ein sehr gleichmäßiges, frontales Licht und ist extrem schnell einsatzbereit. Für Solo-Moderation oder Schulungsvideos ist das oft eine realistische und stabile Lösung.
Typische Fehler bei der Interview-Lichtsetzung und wie Sie sie vermeiden
Ein häufiger Fehler ist zu hartes Licht ohne Diffusion. Selbst hochwertige LED-Leuchten wirken ohne Softbox schnell unruhig und betonen Hautunreinheiten. Ebenso problematisch ist Mischlicht aus Fenster, Deckenlampe und LED, wenn die Farbtemperaturen nicht abgestimmt sind. Bi-Color-Leuchten helfen hier enorm, weil Sie das Kunstlicht an das vorhandene Umgebungslicht anpassen können.
Auch der Hintergrund wird oft vernachlässigt. Ein leicht aufgehellter oder bewusst dunkler Hintergrund wirkt deutlich professioneller als eine gleichmäßig hell ausgeleuchtete Wand direkt hinter der Person.
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Häufige Fragen zur Lichtsetzung für Interviews
Reicht ein einziges Licht für ein Interview aus?
Ja, wenn das Licht groß und weich genug ist und richtig positioniert wird. Ein One-Light-Setup mit Softbox oder Lantern kann sehr natürliche Ergebnisse liefern, vor allem in kleinen Räumen oder bei Solo-Produktionen.
Welche Farbtemperatur ist für Interviews ideal?
In Innenräumen hat sich ein Bereich zwischen 4800 und 5600 Kelvin bewährt. Wichtig ist vor allem, dass alle Lichtquellen aufeinander abgestimmt sind, um unnatürliche Hauttöne zu vermeiden.
Muss der Hintergrund immer extra beleuchtet werden?
Nicht zwingend, aber ein leicht gestalteter Hintergrund sorgt fast immer für ein hochwertigeres Bild. Schon ein dezentes Hintergrundlicht kann Tiefe erzeugen und die Person besser vom Raum trennen.
Wie weit sollte das Key Light von der Person entfernt stehen?
Je näher das Licht, desto weicher wirkt es. In der Praxis liegt der Abstand oft zwischen einem und eineinhalb Metern, abhängig von Softbox-Größe und Raum.
Ist Dauerlicht oder Blitzlicht besser für Interviews?
Für Video-Interviews ist LED-Dauerlicht klar im Vorteil, weil Sie das Ergebnis sofort sehen und fein anpassen können. Blitzlicht ist für bewegte Bildaufnahmen ungeeignet.